Beiträge von Isolde

    In diesem Link fiel mir ein Satz besonders auf:

    "Als Wünsche für die neue Schule wurden klar strukturierte Räume, eine beruhigende Akustik sowie eine angenehme Beleuchtung genannt."


    Sorry, ist das nicht notwendig für alle unsere Schulen im gesamten Land - damit unsere Kinder eine angenehme Grundbasis zum Lernen haben?


    Warum eine "besondere Schule" für eine besondere Gruppe? - statt einer so tollen neuen Schule für ALLE die darin Platz finden möchten.

    Vielleicht macht dann Lernen insgesamt wieder mehr Freude.

    Ein Fluch sind sie allerdings, wenn man damit die Menschen nur ruhig stellen, gefügig und angepasst machen will und das passiert leider viel zu oft in den Institutionen, um Arbeitsabläufe zu erleichtern und es kaum Zeit für eine individuelle Begleitung gibt. DAS darf NICHT sein und das ist eine Form von Medikamentenmissbrauch und richtet sich GEGEN die Menschen!!!!


    Da gebe ich Dir absolut recht.
    Ich spreche auch nicht den Kreis an, der auf diese Medikamente wirklich angewiesen ist - meist hat dieser Personenkreis auch zusätzliche begleitende Therapien.


    Und dann kommen wir zum 2.ten Personenkreis.

    Die bekommen Medikamente obwohl in den Beipackzetteln steht, dass die nur eine bestimmte Zeit genommen werden sollen und dass gleichzeit eine begleitende Therapie stattfinden soll um neue Verhaltenweisen zu erlernen. D.h. zu den Medikamenten müssen in irgendeiner Form durch bestimmte Menschen, vielleicht Fachkräfte, diese begleitende Maßnahmen im Alltag erlernt werden.

    Ich sehe es bei meinem Sohn und bei einer anderen Mutter in der gleichen Situation - diese begleitenden Maßnahmen gibt es nicht.

    Und das darf nicht sein.


    Jetzt stelle ich mir die Frage ob bei den Patienten von Herrn Winterhoff und anderen Therapeuten denn diese begleitenden Maßnahmen durchgeführt werden,

    oder ob es tatsächlich Ruhigstellungs- und angepasstsein Medikamente sind, damit die Kinder und Jugendliche ins System passen.

    Und die Art wie Herr Winterhoff gehandelt haben soll, dass die Kinder und Jugendliche die Medikamente bekommen, das geht schon einmal gar nicht.


    Aber genau diese Machart / Ohnmacht von Angehörigen - erinnert mich an die Art und Weise, wie mein Sohn zu Risperidon kam. Nur ich wurde tatsächlich noch gefragt. Aber ich hatte keine Alternative außer "nein". Dann wurde aber mit der Angst gespielt, dass es dann fraglich ist ob mein Sohn dann noch in dem Haus leben kann, weil er nicht rund-um-die-Uhr bewacht werden kann. Und die Gründe die vorgeschoben wurden, dass es überhaupt zu dieser Klinik und dem Medikament kam - ist mehr als fraglich.


    Da sind die Angehörigen schon gestresst und verzweifelt, weil sie die Lage grad nicht mehr beherrschen und dann kommt ein Arzt mit Medikamenten daher und ein bisschen suptilem Druck, und unterschreibt man da nicht tatsächlich Vieles?


    Da lobe ich mir - auch wenn es ebenso umstritten ist bei vielen Eltern - das Kinderzentrum München. Hier wurde Therapie gemacht, zusammen mit Kind und Eltern und das ganze ohne Medikamente; nur im Erwachsenenbereich gibt es diese Form nirgendwo mehr, da haut man die Medikamente heraus.


    Wie gesagt - das System krankt und findet Ärzte die mitmachen und Menschen die Opfer werden.

    Es wäre so wichtig, dass ein Richter hier deutliches Recht spricht, so dass die vielen anderen Beteiligten sich nicht mehr sicher fühlen in ihren Taten!


    Jetzt habe ich lange dazu nichts geschrieben, weil der Schock zu tief sitzt.
    Ich habe das mit den Kliniken und den Medikamenten so nicht gewusst - ich ging immer davon aus, dass er andere Therapieformen in seiner Praxis hat.

    An anderer Stelle habe ich ja sein erstes Buch ziemlich verteidigt.

    Ich stehe auch weiter hinter vielen Aussagen, die dort zu finden sind - natürlich nicht, wenn die Auswirkung die Medikamentengabe in dieser Form ist oder Diagnosen gestellt werden damit eine gestellt ist um einen Grund zu finden, mit Medikamenten zu behandeln.


    Aber - ohne Herr Winterhoff in Schutz zu nehmen,

    es ist eine Systemfrage, nämlich - wie sehen wir die Kinder in unserer Gesellschaft, wie frei dürfen Kinder Kinder sein, auch wenn sie unbequem zu sein scheinen.

    Für wen sind sie denn unbequem? - für das System, das Druck darauf ausübt, wie angepasst Kinder sein müssen, von klein auf müssen sie z.T. schon funktionieren.

    Und was nicht funktioniert, erhält eine Diagnose und muss in irgendeiner Form therapiert werden.


    So - und hier möchte ich einen wichtigen und in der Öffentlichkeit kaum diskutieren Sprung machen zu den Menschen mit Behinderung im Kinder- und Jugendbereich und/oder als Erwachsene,

    vorallem diejenigen die in Einrichtungen leben.

    Und hier heißt das Mittel: Risperidon - zur Impulssteuerung soll es sein, aber es legt lahm je nach Dosierung sehr lahm.

    Und dann ist man passend für eine Einrichtung.


    Neben Herr Winterhoff sind es viele andere ebenso die so handeln damit Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Menschen mit Behinderung, psychisch Erkrankte und Demente in unser System passen - und das muss alles zusammen eine breite Öffentlichkeit finden.

    Es muss nachgedacht werden - in welch einer Gesellschaft wollen wir leben?

    Hallo Inge,


    der Artikel und Eure Wohngemeinschaft - einfach großartig. Dass Ihr das geschafft habt, 13 Jahre gekämpft habt, da ziehe ich wirklich den Hut.


    Genauso würde ich es mir für Jonathan wünschen - auch er braucht diese Freiheit, die Ansprache, das Familiäre und nicht das manchmal "eingesperrt" sein,

    bis es knallt, weil niemand Zeit hat und zuhören kann / will.


    Jetzt habe ich eine Frage wegen des Personals - da steht im Artikel folgender Satz:

    "Drei Betreuer sind immer vor Ort: eine Fachkraft und zwei zusätzliche Mitarbeiter. Nachts gibt es eine Nachtwache."

    Ich übersetze das so, als sind Tag für Tag 3 Personen im Dienst.

    Wahrscheinlich Schichtdienst - morgens, mittags, abends? - oder sind die 3 Personen den gesamten Tag da, gleichzeitig?


    Ja, mich würde diese Personalregelung noch interessieren. Weiter oben habe ich gelesen, dass wohl morgens und abends die Sozialstation kommen sollte.

    Wie habt Ihr das im Alltag jetzt geregelt?

    Und mich würde interessieren, wie die Kostenverteilung ausschaut - z.B. 70% Bezirk Unterfranken, 30% die Pflegekasse ...


    Ich weiß nicht, ob diese Fragen schon gestellt wurden - ich hoffe nicht, ansonsten verlinke bitte einfach dahin wo es stehen könnte. Danke.

    Mir kann auch niemand erzählen, dass dieses "stationäre" immer so viel billiger ist. Das ist doch Quatsch!


    Ich denke, es kommt auf den Hilfe- und Betreuungsbedarf wie auch Pflegebedarf an.

    Wenn ich meinen Jonathan nehme im ambulanten Wohnen in einer 24-Stunden-Betreuung. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das billig ist. Er braucht ja einiges an Personal,

    selbst wenn er in einer Wohngemeinschaft leben würde.

    Alleine ambulant leben ist nichts für ihn, weil er unbedingt die Gesellschaft zu anderen Menschen benötigt.


    Ich kann mir vorstellen, dass in diesem Fall das stationäre Wohnen tatsächlich günstiger sein könnte, wegen besseren Poolbildungen, vorallem im Freizeitbereich.

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    Ich finde das ist mal ein ziemlich guter Artikel, der die Probleme der Sonderwelten benennt.

    Natürlich nichts neues für diejenigen die sich mal ein bisschen damit beschäftigt haben.


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    Ich kann den Artikel zu 1000% unterschreiben.

    Es ist nicht überall so - wir haben wirklich schon sehr gutes und anderes erlebt.

    Aber die letzten 7 Jahre und durch meine Tätigkeit im Angehörigenbeirat unserer Großeinrichtung, habe ich viel gelesen, gehört und gesehen :emojiSmiley-22: .


    Und ja, so traurig es klingt, das ist die Alltags-Realität


    und: "Und oftmals – so berichten es Pflegekräfte und ehemaliger Bewohner – sind es die Engagierten, die gehen. Oder weggemobbt werden".

    Auch das haben wir am eigenen Leib erlebt,

    so sehr, dass uns in einem Gespräch regelrecht verboten wurde, den Namen des Mitarbeiters nochmals in den Mund zu nehmen.


    Und gerade dieser Mitarbeiter war für uns eine Person, die engagiert war, die mit den Angehörigen Kontakt hielt, die Missstände beim Namen nannte, die klar von Überlastung geredet hat und die das verkörperte, was man unter Eltern- und Angehörigenarbeit versteht.


    Sobald man nur irgendetwas in diesem Wohnhaus sagt, auch mal auf unschöne Dinge aufmerksam macht, fühlt sich jeder sofort angegriffen und der Spieß wird umgedreht bis hin zu einer Aussage: "Mit Ihrem Sohn kommen wir hier gut klar!" (stimmt - Nachsatzklang aus dem Gespräch heraus, wenn wir als Eltern nicht wären).

    Ein Chef meinte dann mal aufgrund einer Situation die das Haus verbockte (mein Sohn ist abgehauen): "Es ist nie gut, wenn Eltern die Betreuung für ihr Kind übernehmen, wenn es 18 wird, man muss auch loslassen können"). Stimmt - Eltern und Angehörige schauen anders hin, sehen viel mehr, hören, nehmen wahr, weil sie näher an ihrem Kind sind - als ein Berufsbetreuer der 50 Betreuungen hat.


    Ich könnte Euch Geschichten erzählen ..... - meinen Mund allerdings lasse ich mir von keiner Einrichtung verbieten. :emojiSmiley-36:

    .....


    Was allerdings in dem Artikel noch fehlt und ein großes Problem in Einrichtungen ist, das sind Medikamente die die Bewohnerinnen und Bewohner ruhigstellen und gefügiger machen, wenn sie wieder ausflippen, wenn es zu Spannungen und Konflikten kommt.


    Die Spannungen und Konflikte sind beschrieben und die sind auch wahr - da wohnen z.T. 12 Personen in einer Gruppe miteinander zusammen, die nie vorher gefragt wurden wollt Ihr zusammenwohnen, könnt Ihr Euch überhaupt miteinander riechen?

    Dann, bei viel zu wenig Ausgleich von Bewegung oder Hobbys, staut sich Frust auf wenn immer wieder der Personalmangel im Raum steht - und das führt zu Explosionen.

    Da ist aber nicht der Bewohner schuld, sondern das System.

    Und dann versucht man mit Medikamenten Ruhe in die Leute zu bringen - und leider spielen hier viele Kliniken mit, wenn Angehörige fehlen die dafür kämpfen dass keine Medikamente gegeben werden.


    Traurige Alltagswelt.

    Ich habe es auch jetzt erst durch die Verlinkung gelesen, dass eben an diesen Personankreis nicht gedacht wurde,

    als die Verabschiedung letzte Woche war.

    So bewusst war mir das gar nicht - ich werde da mal meine Kontakte zur LAG in Stuttgart fragen.

    Ella, das ist die Frage - ich mag nicht dran denken.

    Zum Glück waren bisher alle größeren Krankenhausaufenthalte zu der Zeit als mein Sohn noch keine 18 war.


    Zum Blutabnehmen wird es sicher eine Sedierung geben - aber dann muss ja jemand da sein, der sein Aufwachen begleitet,

    weil wenn er aufwacht, will er aus dem Bett aufstehen und wie schnell er dann hinfällt und sich Zähne ausschlägt, haben wir ja erlebt,

    und da waren schon Stunden seit der Sedierung vergangen.

    Das Krankenhauspersonal kann das nicht leisten - ich weiß nicht, wie lange ich sowas noch leisten kann - also was ist dann,


    bzw. bei den Menschen allgemein, die keine Angehörigen haben, aber sich in einer solch kognitiven Lage befinden wie mein Sohn


    Das heißt also doch im Klartext, dass z.B. ein junger Mann wie mein Sohn die A....Karte gezogen hat, da er nichts versteht, da er nirgend still hält, da er einen sehr hohen Betreuungsbedarf hat, den kein Krankenhauspersonal abdecken kann,

    und eine Person als Assistenz im Krankenhaus auch nicht.

    Er hat nicht umsonst Pflegegrad 4 - wegen des hohen Unterstützungsbedarfs.


    Und nun, wenn ich das richtig verstanden habe?