Geschlossene Gesellschaft

  • Das ist ein richtig guter Artikel. <3  :wein


    Viele Grüße
    Monika                                                                                                  

                                                                               

    Einmal editiert, zuletzt von Monika ()

  • Könnt Ihr den lesen? Ich leider nicht.

    Versuche es mal über einen anderen Browser.


    Ich nutze Microsoft Edge und es funktioniert.

    Bei Google Chrome geht es nicht.


    Viele Grüße
    Monika                                                                                                  

                                                                               

    Einmal editiert, zuletzt von Monika ()

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    Ich finde das ist mal ein ziemlich guter Artikel, der die Probleme der Sonderwelten benennt.

    Natürlich nichts neues für diejenigen die sich mal ein bisschen damit beschäftigt haben.


    :emojiSmiley-26::emojiSmiley-26::emojiSmiley-26::emojiSmiley-26::emojiSmiley-26::emojiSmiley-26::emojiSmiley-26::emojiSmiley-26::emojiSmiley-26::emojiSmiley-26::emojiSmiley-26::emojiSmiley-26::emojiSmiley-26::emojiSmiley-26::emojiSmiley-26::emojiSmiley-26::emojiSmiley-26:


    Ich kann den Artikel zu 1000% unterschreiben.

    Es ist nicht überall so - wir haben wirklich schon sehr gutes und anderes erlebt.

    Aber die letzten 7 Jahre und durch meine Tätigkeit im Angehörigenbeirat unserer Großeinrichtung, habe ich viel gelesen, gehört und gesehen :emojiSmiley-22: .


    Und ja, so traurig es klingt, das ist die Alltags-Realität


    und: "Und oftmals – so berichten es Pflegekräfte und ehemaliger Bewohner – sind es die Engagierten, die gehen. Oder weggemobbt werden".

    Auch das haben wir am eigenen Leib erlebt,

    so sehr, dass uns in einem Gespräch regelrecht verboten wurde, den Namen des Mitarbeiters nochmals in den Mund zu nehmen.


    Und gerade dieser Mitarbeiter war für uns eine Person, die engagiert war, die mit den Angehörigen Kontakt hielt, die Missstände beim Namen nannte, die klar von Überlastung geredet hat und die das verkörperte, was man unter Eltern- und Angehörigenarbeit versteht.


    Sobald man nur irgendetwas in diesem Wohnhaus sagt, auch mal auf unschöne Dinge aufmerksam macht, fühlt sich jeder sofort angegriffen und der Spieß wird umgedreht bis hin zu einer Aussage: "Mit Ihrem Sohn kommen wir hier gut klar!" (stimmt - Nachsatzklang aus dem Gespräch heraus, wenn wir als Eltern nicht wären).

    Ein Chef meinte dann mal aufgrund einer Situation die das Haus verbockte (mein Sohn ist abgehauen): "Es ist nie gut, wenn Eltern die Betreuung für ihr Kind übernehmen, wenn es 18 wird, man muss auch loslassen können"). Stimmt - Eltern und Angehörige schauen anders hin, sehen viel mehr, hören, nehmen wahr, weil sie näher an ihrem Kind sind - als ein Berufsbetreuer der 50 Betreuungen hat.


    Ich könnte Euch Geschichten erzählen ..... - meinen Mund allerdings lasse ich mir von keiner Einrichtung verbieten. :emojiSmiley-36:

    .....


    Was allerdings in dem Artikel noch fehlt und ein großes Problem in Einrichtungen ist, das sind Medikamente die die Bewohnerinnen und Bewohner ruhigstellen und gefügiger machen, wenn sie wieder ausflippen, wenn es zu Spannungen und Konflikten kommt.


    Die Spannungen und Konflikte sind beschrieben und die sind auch wahr - da wohnen z.T. 12 Personen in einer Gruppe miteinander zusammen, die nie vorher gefragt wurden wollt Ihr zusammenwohnen, könnt Ihr Euch überhaupt miteinander riechen?

    Dann, bei viel zu wenig Ausgleich von Bewegung oder Hobbys, staut sich Frust auf wenn immer wieder der Personalmangel im Raum steht - und das führt zu Explosionen.

    Da ist aber nicht der Bewohner schuld, sondern das System.

    Und dann versucht man mit Medikamenten Ruhe in die Leute zu bringen - und leider spielen hier viele Kliniken mit, wenn Angehörige fehlen die dafür kämpfen dass keine Medikamente gegeben werden.


    Traurige Alltagswelt.

  • Ich weiß nur, wie es in Einrichtungen für psychisch Kranke läuft bzw in der Jugendhilfe und in dieser Einrichtung für Frauen in Notlagen.

    Furchtbar! Und da sind noch Menschen die nicht auf diese Art Hilfe angewiesen sind. Aber auch da besteht keinerlei Mitsprache recht und mir wurde nie wirklich geholfen, wenn ich Probleme mit irgendjemand anderem aus der Einrichtung hab. Da hat dann halt der Recht, der am lautesten brüllt.

    GRUSELIG!


    Und für mich definitiv kein Ort an dem ich psychisch stabil oder gesund bleiben kann. Verstehe wirklich nicht, warum das noch erlaubt ist.

    Und dieser Satz der angeblich zählen soll "ambulant vor stationär" ist auch nur ein Witz.


    Mir kann auch niemand erzählen, dass dieses "stationäre" immer so viel billiger ist. Das ist doch Quatsch!

    Und das billiger geht nur über eine deutlich schlechtere Versorgung und auf Kosten der Gesundheit!

  • Mir kann auch niemand erzählen, dass dieses "stationäre" immer so viel billiger ist. Das ist doch Quatsch!


    Ich denke, es kommt auf den Hilfe- und Betreuungsbedarf wie auch Pflegebedarf an.

    Wenn ich meinen Jonathan nehme im ambulanten Wohnen in einer 24-Stunden-Betreuung. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das billig ist. Er braucht ja einiges an Personal,

    selbst wenn er in einer Wohngemeinschaft leben würde.

    Alleine ambulant leben ist nichts für ihn, weil er unbedingt die Gesellschaft zu anderen Menschen benötigt.


    Ich kann mir vorstellen, dass in diesem Fall das stationäre Wohnen tatsächlich günstiger sein könnte, wegen besseren Poolbildungen, vorallem im Freizeitbereich.

  • Natürlich Isolde. Es gibt auch ganz unterschiedliche Arten von Menschen und natürlich auch Hilfebedarfen.

    Aber die Vorstellung, dass ich nur deswegen in ein Heim gehen sollte, weil ambulant nicht ausreichend Unterstützung angeboten wird, ist einfach so absurd.

    Wenn ich das Geld für das für einen Heimplatz für mich bezahlt werden würde selber in die Hand bekäme, könnte ich mir eine passende Unterstützung (ohne Angehörige) zusammen stellen und hätte garantiert noch Geld übrig ohne irgendwen schlecht zu bezahlen.


    Es sind einfach so viele Aspekte und ich denke es gäbe so viel mehr Möglichkeiten, wenn es denn nur gewollt werden würde.


    Und zum Thema Pool: Ich wohn ja jetzt in nem betreuten Wohnen für Senioren. Ich denke so etwas in der Art mit zusätzlich noch etwas mehr Unterstützung und mehr Angeboten würden vielen Menschen mit Behinderung gut tun, ohne das sie dann gleich unterversorgt sind. Da ist einfach deutlich mehr Privatsphäre durch die eigenen Wohnung.

  • Im übrigen scheint das zumindest hier der Normalfall zu sein.

    Weiß von einer weiteren Person die ich in der einen Einrichtung kennen gelernt hab (der es dort ebenfalls massiv schlecht ging), dass auch ihr an den Kopf geknallt wurde, dass dann halt ein Heim notwendig wäre.

    Wohlgemerkt: Allein ein Bereitschaftstelefon zum Anrufen das nicht nur von 7 - 16 Uhr läuft (und das mit der Zeit für die Betreuung verrechnet wird, so wie jede SMS) würde schon einen großen Unterschied machen.

    Gibts aber nicht.

    Und ambulante Betreuung gibs als Maximum 3 Stunden in der Woche, aber da ist die Bürozeit mit eingerechnet. Mehr Unterstützung ist da einfach nicht vorgesehen.

    Aber Heim mit 24 Stunden Betreuung würde halt bezahlt werden.

    Den Quatsch muss ich echt nicht verstehen.

  • Ambulant betreutes Wohnen ist für niemanden billig. Eine 24 Stunden-Betreuung kommt an Krankheits-oder Urlaubs-Tagen zum Einsatz. Ansonsten sind die Bewohner in der Werkstatt, Tafö, oder im Betrieb. Klar es braucht auch Personal, dass den Nachtdienst übernimmt. Es kann sein, dass ein Heim manchmal günstiger ist. Das allein aber sollte kein Grund sein, ein Heim vorrangig zu finanzieren.

  • Was für ein ambulant betreutes Wohnen meinst du? Ich kenne da nichts mit 24 Stunden.

    Das wäre dann höchstens das Model mit persönlicher Assistenz und einem eigenen Assistenzteam.


    Ich denke da kommt es auch sehr auf den Hilfebedarf an.


    Was ich hier im Bereich psychischer Erkrankung mit Hilfebedarf erlebe ist aber einfach absurd.

    Entweder man kommt praktisch alleine zurecht, oder man soll ins Heim. Und das ist eben Quatsch.

    Da geht es nicht um Menschen die 24 Stunden Betreuung brauchen, sondern eben mehr als nur 1 - 3 Stunden in der Woche.


    Und ich denke auch bei 24 Stunden Betreuung gibt es noch andere Möglichkeiten als ein Heim. Dort gibt es schließlich auch keine 1:1 Betreuung.

  • Trixi, es gibt betreutes Wohnen mit mehr als 3 Stunden Betreuung. Auch mit Nachtdienst bei Bedarf.Allerdings gibt es viel zu wenig solcher Wohnmöglichkeiten.

    Nicht hier und meines Wissens nach nicht für psychisch Kranke.

    Und das betreute Wohnen für Senioren ist darauf eigentlich auch nicht ausgelegt. Es gibt mir in meinem Fall nur zusätzliche Sicherheit. Aber hier hat sich einiges zum negativen geändert.


    Ich hab zusätzlich über die Eingliederungshilfe noch ambulante Betreuung. Aber so wie es ist, ist es nicht hilfreich, weil halt nicht ausreichend und das notwendige eben doch von "Angehörigen" übernommen wird.

  • Trixi, es gibt betreutes Wohnen mit mehr als 3 Stunden Betreuung. Auch mit Nachtdienst bei Bedarf.Allerdings gibt es viel zu wenig solcher Wohnmöglichkeiten.

    Nicht hier und meines Wissens nach nicht für psychisch Kranke.

    Und das betreute Wohnen für Senioren ist darauf eigentlich auch nicht ausgelegt. Es gibt mir in meinem Fall nur zusätzliche Sicherheit. Aber hier hat sich einiges zum negativen geändert.


    Ich hab zusätzlich über die Eingliederungshilfe noch ambulante Betreuung. Aber so wie es ist, ist es nicht hilfreich, weil halt nicht ausreichend und das notwendige eben doch von "Angehörigen" übernommen wird.

    Ich weiss, dass es bei uns mindestens 2 ambulant betreute Wohnungen für schwer mehrfach behinderte junge Menschen gibt. Eine wird von der Lebenshilfe organisiert und bei der anderen ist Reha Südwest zuständig. Das funktioniert in Zusammenarbeit mit einem Pflegedienst und den Betreuern. Meine Tochter kennt ein paar Bewohner. Deswegen weiss ich davon. Es gibt auch einen Flyer im Netz der für psychisch kranke Menschen eine tägliche Betreuung mit Tagestruktur ect. anbietet. Wie das Zeitlimit ist, geht daraus nicht hervor. Ich kenne mich aber mit Einrichtungen oder Wohnmöglichkeiten für psychisch kranke Menschen nicht wirklich aus.

  • So weit ich weiß gibt es in anderen Bundesländern / Landkreisen auch andere und bessere Angebote.

    Hier bei mir ist es einfach echt beschissen.


    Ich hab halt das Glück entsprechend gute Freunde zu haben. Sonst wäre ich jetzt eben im Heim.


    Auch etwas, das definitiv angeprangert gehört. Dürfte eigentlich nicht sein, dass es derart große Unterschiede in der Versorgung gibt.

  • Mariaa, ich habe deinen verlinkten Artikel durchgelesen. Furchtbar! Da fällt mir mein Thread "Recht auf Verwahrlosung im Rahmen der Selbstbestimmung" wieder ein: