Wohnheime und Hilfsdienste für Menschen mit geistiger Behinderung nicht vorbereitet

  • Demografie: Wohnheime und Hilfsdienste für Menschen mit geistiger Behinderung nicht vorbereitet

    Behinderte können dem Wissenschaftler zufolge besser an der Gesellschaft teilhaben, wenn sie in kleinen Gemeinschaften statt in großen Einrichtungen leben.

    Quelle und kompletter Text: Ärzteblatt

    Sie ist anders als die andern, und ihre Sprache geht weit an uns vorbei.
    Doch wenn sie lächelt, lächelt sie mit Leichtigkeit dir dein ganzes Herz entzwei.

    'Sommerkind' von Wortfront


    Viele Grüße
    Inge

  • Zitat

    Die Kritik bezieht sich sowohl auf Einrichtungen, ... als auch auf ambulante Unterstützung, ... oder bei den Eltern erhalten. Auch Angehörige sollten sich stärker mit dem Thema auseinandersetzen.

    Das ist aber dreist, wo doch Angebote fehlen, und Eltern, die sich verzweifelt Gedanken machen, einfach nichts finden!


    (Fettdruck zur Hevorhebung)

  • Inzwischen habe ich einen Kommentar geschrieben, der jedoch (noch) nicht veröffentlicht ist.


    Angehörige bzw. Eltern von erwachsenen Töchtern und Söhnen setzen sich meistens intensiv mit dem Thema "Auszug aus dem Elternhaus" auseinander und müssen feststellen, dass es für Menschen mit hohem Hilfe-/Betreuungsbedarf in vielen Regionen kaum Wahlmöglichkeiten gibt: die Bewohner werden nach Art und Schwere der Behinderung oder nach ihrer Arbeitsfähigkeit in verschiedenen Einrichtungen separiert. Kleine, heterogene Wohnformen sind für Menschen mit hohem Hilfe-/Betreuungsbedarf gar nicht oder nur selten vorhanden, und sie sind auch nicht im Blick- und Planungsfeld der Organisationen.

    Dazu kommt das Bestreben einiger Leistungs- und Einrichtungsträger, Menschen, die als „nicht-werkstattfähig“ definiert werden, in speziellen Pflegeheimen unterzubringen – ohne einklagbares Recht auf eine pädagogische Förderung durch die Eingliederungshilfe.

    Ein zweiter Lebensbereich (z.B. Tagesförderstätte) ist für viele Menschen mit sehr hohem Hilfe- und Betreuungsbedarf in vielen Fällen nur theoretisch möglich – in der Realität jedoch selten vorhanden.

    Dadurch werden immer mehr Menschen mit hohem Hilfebedarf von der Gesellschaft isoliert, und die Gesellschaft verliert diese Menschen und auch die Bedürfnisse dieser Menschen aus den Augen. Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf haben durch die institutionellen Strukturen kaum oder keine sozialen Kontakte, sie sind in der Öffentlichkeit nicht mehr präsent, und was sie der Gesellschaft an positiven Dingen geben können, wird kaum noch wahrgenommen.

    Wir Eltern wünschen uns für unsere erwachsenen Kinder eigentlich nur ein möglichst normales Miteinander und Mittendrin – aber so einfach das auch klingt, so selten ist das eine Selbstverständlichkeit in den Augen der Leistungs- und Einrichtungsträger.

    Dennoch wird diesen Eltern dann vorgeworfen, sie könnten nicht loslassen - während sie gleichzeitig gigantische Hürden überwinden müssen, wenn sie alternative Wohnformen einfordern.





    Sie ist anders als die andern, und ihre Sprache geht weit an uns vorbei.
    Doch wenn sie lächelt, lächelt sie mit Leichtigkeit dir dein ganzes Herz entzwei.

    'Sommerkind' von Wortfront


    Viele Grüße
    Inge