Zusätzliche Betreuungsleistungen privat abrechnen?

  • Da ich ein paar Informationen über die Zusätzlichen Betreuungsleistungen brauchte, rief ich bei der Krankenkasse an.
    Im Verlauf des Gespräches meinte die Mitarbeiterin, dass manche Leute die Zusätzlichen Betreuungsleistungen privat mit dem Träger abrechnen und das Geld vorstrecken und es sich dann von der KK zurückholen.
    Ich hatte das Gefühl wir beide haben irgendwie aneinander vorbei geredet, oder ich habe etwas falsch verstanden, daher muss ich hier noch einmal nachfragen, ob das möglich ist?
    Ich habe die Mitarbeiterin darauf hingewiesen, dass der Träger ja Verwaltungskosten für den Aufwand der Abrechnung bekäme und ich nicht verstehe, warum ich dann als Privatperson noch dazwischengeschaltet werde. Der Träger wird doch dafür bezahlt, dass er mit der KK abrechnet. Genau dafür bekommt er doch das Geld.
    Durch die Privatabrechnung wird das Ganze ja nicht kostengünstiger. Der Stundensatz und die Anzahl der Stunden bleibt gleich hoch, daher verstehe ich nicht, warum einige Leute selbst abrechnen. Versteht ihr das?


    Für mich würde eine Privatabrechnung nur Sinn machen, wenn ich direkt mit dem Betreuer abrechne, also ohne Umweg über einen Träger, sodass keine Verwaltungskosten abgehen und dadurch mehr Stunden zur Verfügung ständen. So wie bei der Verhinderungspflege. Versteht ihr, was ich meine? Ist etwas wirr.


    Wie werden die Zusätzlichen Betreuungsleistungen bei euch abgerechnet?

  • Wir haben beide Varianten.


    Bei FeD 1 führen die Betreuer einen Stundenzettel, den ich bei jedem Einsatz unterschreibe. Nach abgelaufenem Monat kommt ne Rechnung, die ich zahle. Und ich schicke die Rechnung an die PK, und bekomme von denen das Geld erstattet.


    bei FeD 2 führe ich die Zettel bzw der Betreuer, wenn eine gewisse Menge zusammen ist (andere machen das monatlich, oder halbjährlich, ...), schicke ich Stundenzettel und Leistungsnachweis an den FeD, und der rechnet direkt mit der PK ab, das Geld wird an den/die Betreuer überwiesen.


    beide Dienste sind übrigens relativ günstig



    PRIVAT mit einem Träger abrechnen haut aber nicht hin. privat kannst Du nur mit einer Privatperson abrechnen. Das geht in
    HH, http://www.autismushamburg.de/…/Nachbarschaftshelfer.pdf
    NRW, https://recht.nrw.de/lmi/owa/b…v_id=10000000000000000046
    Sachsen, http://www.nachbarschaftshilfe-sachsen.de
    Und, wenn Du mit der PK eine Einzelfallentscheidung aushandelst (auf Kulanz, kommt öfter vor, hab ich mir sagen lassen)

    Enscha - mit Hans im Glück (frühkindlicher Autismus, und Pubertät)
    "Jedes Ding hat drei Seiten, eine positive, eine negative, und eine komische."

    8 Mal editiert, zuletzt von Enscha ()

  • Enscha, Danke! :)
    Dann meinte die Mitarbeiterin Variante 1. Die kannte ich bisher noch nicht und ich wusste nicht, dass es diese Form der Abrechnung bei den Zusätzlichen Betreuungsleistungen gibt.
    Ich dachte, dass man nur die Verhinderungspflege so abrechnet.
    Nun bin ich schlauer.


    Dass es Einzelfallentscheidungen bei Privatabrechnungen gibt, war mir bekannt. Weißt du, welche Voraussetzungen solch eine Einzelfallentscheidung begünstigen oder möglich machen?

  • Morgen Ella,


    diese Vorraussetzungen sind wahrscheinlich: guter, empathischer Sachbearbeiter bei der PK, und keine gegenteilige Weisung von oben. ;-)


    Aber Januar 2017 ist das nicht mehr so dringend, da gibt's es weniger Betreuungsleistungen, dafür mehr Pflegegeld, zum Selbsteinteilen.


    Grüße

    Enscha - mit Hans im Glück (frühkindlicher Autismus, und Pubertät)
    "Jedes Ding hat drei Seiten, eine positive, eine negative, und eine komische."

  • Hi,
    Unsere Variante ist auch so, dass ich als Auftraggeberin die Abrechnung der LH einreiche und die das dann an die überweisen oder aber an mich, wenn ich das Geld vorgestreckt habe.
    Direkt mit den KK rechnet die LH schon länger nicht mehr ab, das hat wohl je nach KK nicht so gut funktioniert und außerdem kann man ja Betreuungsleistungen, Verhinderungspflege, Kurzzeitpflege und direkt abrechnen, bzw gemischt, das gibt nur Ärger, wenn der Anbieter das direkt abrechnet.
    Ich kann am Ende der Rechnung aufsplitten (zb x€ Betreuungsleistungen, x€ VhP, x€ KZP...


    LG, Finnja

  • ... wir als PKVler plus müssen jegliche Leisungen ohnehin selbst abrechnen.


    Rechnung vom FED geht an uns. Wir reichen ein bei Stelle 1, wenn diese genehmigt an Stelle 2, dann geht das Geld an uns und wir müssen den Betgrag dem FED überweisen.


    Dauert ewig und führt immer wieder zu Unmut. Da wir in Spitzenzeiten allerdings bis knapp unter 20 Stellen hatten (von Arzt über Therapeut bis FED) sind wir nicht immer in der Lage alles vorzustrecken... das macht das ganze schwierig und uneinheitlich.


    Der FED lehnt es offensiv ab selbst abzurechnen, leider... man sollte meinen, das sei bei knapp 26 Euro pro Stunde bei ungelernten Kräften inklusive... dem ist aber leider nicht so ?(


    J
    onna
    ~~~~~~~~~~
    mit Jesper und Felix *2006 (Down Syndrom PLUS, gehörlos und weitere Baustellchen...)




  • Wisst ihr was? Ich finde das alles recht kompliziert.
    Ich brauche mittlerweile eine Sekretärin, die sich um alles kümmert und den ganzen Kram im Auge behält und verwaltet.
    Schriftwechsel mit den Ämtern, Krankenkassen und Rechtsanwälten, Telefongespräche, Widersprüche, Klagen, Verwaltung von Verhinderungspflege und Zusätzlichen Betreuungsleistungen, Gespräche mit den Anbietern, nebenbei noch ein halbes Jurastudium absolvieren.....puh....mir raucht der Kopf.

  • Ich bin aus aktuellem Anlass über diesen alten Thread gestoßen:

    Im Verlauf des Gespräches meinte die Mitarbeiterin, dass manche Leute die Zusätzlichen Betreuungsleistungen privat mit dem Träger abrechnen und das Geld vorstrecken und es sich dann von der KK zurückholen.

    Ich plane, das jetzt auch so zu machen.


    Eigentlich dachte ich, dass es doch super ist, wenn der Anbieter den Abrechnungskram macht. Fakt ist aber, dass ich so null Überblick habe, was schon verbraucht ist, gerade, wenn man zeitweilig mehrere Anbieter hat.


    Außerdem will der Anbieter monatlich immer nur entweder über ZBL oder über VHP abrechnen. Das passt mir nicht recht.


    Nur, wie geht das konkret?

    Angenommen, ich habe Betreuungsleistungen im Januar für 180,. € in Anspruch genommen. Mein Anbieter würde nun sagen, er muss die 180,- € komplett aus der VHP nehmen, da für Januar ja nur 125,- € Budget aus ZBL vorhanden ist.


    Wenn ich nun eine Rechnung bekommen über 180,- €: Kann ich die Pflegekasse dann um Aufspaltung bitten? Also 125,- € aus dem ZBL-Topf und 55,- € aus dem VHP-Topf zu nehmen?

    Oder gibt es da doch irgendwelche bürokratischen Schwierigkeiten?