Beiträge von Enscha

    Was mich jetzt grade auch aufregt, ist die Formulierung „für dumm erklärt“ als Synonym für „geistige Behinderung zugeschrieben“. Wer geistig behindert ist, ist nicht dumm. „dumm“ ist ein massiv abwertendes Wort, eine Beleidigung.

    Da hat es der Redaktion des WDR definitiv an Feingefühl gefehlt.

    Guten Morgen, Anni! Mach ruhig weiter hier. Ich persönlich finde es gut, wenn es einen fortgeführten Thread gibt. Wenn es ein Buch ist, wo sich eine Diskussion entwickelt, macht sich ein eigener Thread natürlich auch gut.

    Hallo,


    Mit 18 ändert sich etwas in den Richtlinien, deshalb.
    Der tägliche Hilfebedarf muss bei Erwachsenen mindestens 2 Stunden betragen. Bei Kindern wird anders bewertet. (Kannst Du nachlesen in den Versorgungsmedizinischen Grundsätzen).
    Da nützt das Versorgungsamt manchmal die „gute Gelegenheit“ ... Oft zu Unrecht. Wenn der Hilfebedarf weiter da ist, dann muss das MZ bleiben. Siehe dazu Urteil des Sozialgerichts Aachen (Aktenzeichen S 12 SB 642/16 vom 19.09.2017): Wenn weiterhin die gesundheitlichen Voraussetzungen vorliegen ist das Merkzeichen H weiter zu gewähren.


    Psychologe hat weniger Gewicht, Facharzt wäre besser. Und halt gut und sauber begründen, dazu auch die entsprechenden Stellen in den versorgungsmedizinischen Grundsätzen genau lesen. ;)

    Hallo,


    habe Eure interessante Diskussion jetzt erst entdeckt ...


    Ich hätte, das gebe ich offen zu, als Beobachterin der bayerischen Nixklusion schon Angst, wenn das Sondersystem schnell zurückgefahren würde, und Junior ins hiesige Regelschulsystem müsste - Junior hätte nicht den Hauch einer Chance, wenn Kinder und Lehrer Inklusionsneulinge wären. Das lässt sich in der Nachbarschaft zb klar beobachten. Leute mit Leistungsdenken, mit hohen Tellerrändern, mit inneren (!) Vorbehalten lassen ihn leider eher seine schlechten Seiten zeigen (und das schaukelt sich dann auf), während entspannte Diversitätsfans null Probleme haben. Das heißt für mich, Inklusion muss von Grund auf, von klein auf begonnen werden.
    Wahrscheinlich tu ich mich mit Behinderung an sich nur so leicht, weil ich mit einem Jungen mit Sinnesbehinderung aufgewachsen bin, den ich immer für seinen Witz und seine Kreativität bewundert habe. Wer solche Prägung nicht hat, fremdelt halt mehr mit Behinderung. Mit Intensivkindern zb hatte ich noch nie zu tun, wer weiß, wie ich da danebenliegen würde...
    Die Katze beißt sich leider ein wenig in den Schwanz.


    derzeit sehe ich aber eh schwarz für den Fortgang der Inklusion, denn Diversität hat es zunehmend schwerer, statt leichter. Die Menschen spüren zuviel Druck, haben zuviele Ängste, der Wandel macht Angst. ... Kinder wie meins - mit Aggressionen, mit Echolalien, machen auch Angst, das merkt man zb auch an dem unsäglichen bayerischen Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz.
    die lange Separation hat ihre Spuren hinterlassen in der Gesellschaft.
    umso wichtiger dass wir nicht aufgeben. Never. 8)

    Hallo,


    wenn man man an manchen Stellen doch allgemeine Info braucht (zb wenn mich hier im Umfeld Pädagogen aus dem Kindergarten fragen), dann verweise ich zb auf diese Webseite:
    https://autismus-kultur.de/aut…rum-was-ist-autismus.html


    Was ich auch gut finde, ist der Artikel über Autismus auf der Kinderseite http://www.helles-koepfchen.de
    Das passt auch für Erwachsene ganz gut, die sich nicht durch einen Fachartikel lesen wollen (den Artikel hat Silke Bauerfeind geschrieben von Ellas Blog).
    ansonsten je nach Einzelaspekt halt einschlägige Blogs, zb der Blog von Sabine Kiefner, Innerwelt von Maedel, Ellas Blog samt tollen Gastbeiträgen, Butterblumenland, Steinzeitplanet, .... irgendwo haben wir doch mal die Blogs gesammelt?


    Zur Notwendigkeit von alternativer Kommunikation (UK) und Modelling hat Claudio Castaneda auf YouTube Erklärvideos eingestellt. Kommunikation ist ja eigentlich immer der Schlüssel beim Lernen über Autismus



    Wenn jemand so gar nix checkt, dann laufen Texte und mündliche Erklärungen ins Leere. Da kann man vielleicht mit Übungen arbeiten, wie sie in Fortbildungen gemacht werden. Zb alle stehen im Kreis. Wechselnd wird einer ausgesucht, der eine Nachricht empfangen und verstehen soll,. Der Kursleiter spricht diese, gleichzeitig sprechen aber alle anderen auch, scheinbar ungefragt,ganz verschiedene Texte. Da verstehst du Wörter und Satzfetzen, aber keinen Zusammenhang , und du kiregst in kurzer Zeit die Krise wegen Überforderung und Reizüberlastung.
    Das funktioniert auch mit drei Radios oder CD-Playern nebeneinander, die verschiedenes gleichzeitig abspielen.
    Man kann den sozialen Druck dabei erhöhen (schließlich spüren Autisten den ja auch), wenn man vorher drauf hinweist, dass dass eine kurze Zusammenfassung des Gehörten im Anschluss blabla und zb was von Zeitknappheit sagt, ...
    So schafft man den Perspektivwechsel dann leichter, weil man dann eben tatsächlich in der Haut des Gestressten steckt .

    Hallo,


    Autismus kurz und knapp erklären - geht nicht. :-P
    Wenn ich auf ahnungslose Fachleute treffe, die aber denken, sie hätten Ahnung, bin ich eher geneigt, es woanders zu versuchen, als zu erklären. Deshalb treibe ich lieber größeren Aufwand, zu guten Fachleuten zu kommen, fahre weiter, suche länger, ...


    Ansonsten hab ich für Privatleute schon auch mal Flyer verfasst, überwiegend erkläre ich aber nicht mehr Autismus, sondern einzelne Besonderheiten vom Junior, die halt grade relevant sind. Sonst wird es den Leiten schnell zuviel und die verlieren den Überblick ;-)
    Solche Einzelaspekte kann man oft gut mit Blogbeiträgen illustrieren.


    grüsse

    Das hört man leider noch öfter, dass die Kinder mit UK nicht mehr genug „Antrieb“ zur Lautsprache hätten - dafür gibts keine Belege, fürs Gegenteil schon.
    da muss dann aber u.U. die Therapeutin gewechselt werden, weil sie einfach nicht auf neuem Stand ist, und halt keine UK KANN.


    Argumentationshilfe gibts in dem Buch von Waigand (?) und Castaneda zu Modelling.
    und hier: http://www.sonderpaed-forum.de/thementext/korpereigene.htm

    Naja, vom Tisch ist also nur die Zentraldatei, nicht die quasi Gleichsetzung mit Straftätern ... Und das Polizeiaufgabengesetz ist auch noch nicht gekippt. Und nach der Nunmer mit dem Kreuz jetzt ... ist endgültig klar, was von der CSU unter Söder zu erwarten ist: fängt mit „Po“ an und hört mit „pulismus“ auf.


    es könnte so schön sein in Bayern ... :-P

    Ich hoffe, die Bürger lassen sich das nicht gefallen und es regt sich genügend Widerstand gegen dieses Gesetz und das dazugehörige neue bayerische Polizeiaufgabengesetz (das des gleichen Geistes Kind ist).
    Die Regierungspartei in Bayern hat Angst, bei der Landtagswahl zuviele Stimmen an die Rechte zu verlieren - es darf keine Partei rechts der CSU geben, hat schon Strauß damals gesagt. Dann kann nämlich nicht alleine regiert werden, oder man muss in eine ganz unliebsame Koalition ...
    deshalb wird jetzt alles getan, mit Populismus Stimmen zu fangen ...


    Psychisch Kranke müssen jetzt eben auch herhalten für die Angstmacherei.

    :winke1 *taschentuchrüberreich*
    Ja, verblüffend, wie real das gleich wieder wird, als wär es grade ...
    Aber ich finde auch sehr schön, dass gleichzeitig rauskommt, dass das eben kein „schweres Schicksal“ ist, sondern der Alltag eben der Alltag ist, gute und schwierige Seiten hat, belastende und lustige. ... Es ist, wie es ist. Diesen mitleidigen „ihr habt ein schweres Schickal“-Blick kenne ich auch, und er passt auf uns gar nicht.


    Ach ja, und toll, dass heutzutage Kinder mit seltenen Gendefekten oder Krankheiten zusammenkommen, die Familien sich vernetzen. Ich finde das soooo schön für den Austausch, wir hatten ja auch schon den einen der anderen Besuch mit autistischen Kindern ...

    toller Film, auch der zweite Teil, das finde ich auch. Und wieder sehr mutig, soviel Einblick ins ungestellte Familienleben zu geben.
    Wenn man selber eine Special Edition hat, sehr emotional anzuschauen, da kommt einem ja einiges wieder hoch, zb das erste Mal das Kind in den Bus setzen und alleine fahren lassen ...
    Ich finde, mit dem Anspruch nicht zu idealisieren, aber auch nicht übermäßig zu problematisieren, ist der Film sehr gelungen, hoffentlich gucken ihn viele. Und hoffentlich gibt es eine Fortsetzung. Die wachsen einem ja richtig ans Herz ... ;-)

    Hallo,


    es es gibt auch kein Recht auf eine SCHRIFTLICHE Übersetzung von schwerer Sprache in Leichte Sprache. Es ist sehr schwierig, da Standards zu definieren, denn ein juristischer Text zb muss auch in der Übersetzung rechtssicher sein, da müssen also Fachleute ran. So ein hohes Niveau braucht es aber für andere Texte nicht. Die Bürger mit Lernschwierigkeiten sind ja wiederum auch sehr unterschiedlich in ihrem Verständnis von geschriebenen oder gesprochenen Texten.


    Es ist übrigens viel viel leichter, zu einem Thema einen Text in schwerer Sprache zu machen, als einen guten in Leichter Sprache. :-P

    Hallo Jonna,


    das gilt doch jetzt schon, seit 1.1.: Wenn man entsprechende Einschränkungen hat und angibt dass man seine Unterlagen barrierefrei braucht, dann muss das Amt das leisten.
    Da brauchen wir keinen Antrag auf Erteilung eines Antragsformulars. ;-)


    In der Praxis kommt es da natürlich auch auf die Erklärbär-Begabung des einzelnen Sachbearbeiters an und auf die Bereitschaft, für gute Übersetzungen in Leichte Sprache Geld auszugeben,