Beiträge von Dario

    Habe beim Stöbern dieses Video auf Youtube entdeckt:



    Ich bedauere, wenn da jemand schlechte Erfahrungen mit Autisten gemacht haben sollte. Aber solche pauschalen Verallgemeinerungen sind beleidigend und verletzend gegenüber all jenen Autisten, die sich sehr wohl Mühe geben, ihre Mitmenschen und deren Bedürfnisse zu verstehen.


    Ich hatte noch keine Beziehung zu einer Frau. Wenn ich eine hätte, dann wäre ich vielleicht nicht immer einfach, aber ganz bestimmt nicht so, wie ich als autistischer Mann nach diesem Video angeblich sein müsste, da bin ich mir absolut sicher!

    Von so einem Kooperationsmodell (eine Stunde täglich gemeinsamer Unterricht zwischen behinderten und nicht-behinderten Kindern) , wie es in Bredenbeck (noch) praktiziert wird , hatte ich noch nie etwas gehört.


    Ich finde das eine überzeugende Idee. So haben die Förderschüler weiter ihren Schonraum (von dem ich immer noch überzeugt bin, dass er wichtig ist, auch wenn viele Inklusionsaktivisten das bestreiten), aber es gibt auch gemeinsame Berührungspunkte, wo alle voneinander lernen können.


    So bin auch ich davon überzeugt, dass Inklusion funktionieren kann. Dass dieses Modell nun aus Kostengründen eingestellt werden soll, ist wirklich ein Skandal.

    Das Thema SELBSTBESTIMMUNG.......oh, oh...ein Dauerbrenner.


    Wir haben uns auch mal eine WG angeschaut, bei der alle Kühlschränke abgeschlossen waren, weil die Bewohner beim Essen wohl kein Maß kannten. Ich denke, es gibt andere Lösungen, als Schlösser zu installieren. Die WG haben wir von der Liste gestrichen.

    Was mir dazu durch den Kopf geht: Wenn jemand beim Essen kein Maß halten kann (egal ob behindert oder nicht), dann wird das Gründe haben. Warum geht man diesen Gründen nicht nach?


    Soweit mir bekannt, können bestimmte Psychopharmaka appetitsteigernd wirken, das wäre dann ein medizinisches Problem und kein pädagogisches im Sinne von Maß halten und begrenzen. Oder was auch aus meiner Zeit aus psychiatrischen Einrichtungen auch kenne: Die Bewohner haben psychische Probleme, leiden unter innerer Leere, weil sie z.B. keine sinnvolle Aufgabe und keinen sinnvollen Platz mehr für sich in der Gesellschaft sehen. Das Essen wird dann zum einzigen Trost. Auch das lässt sich aber nicht mit Zwangsmaßnahmen regulieren, das müsste man viel grundsätzlicher angehen.


    Wahrscheinlich ist es aber so, wie viele Kommentare unter dem Artikel schon andeuten: Für eine umfassende persönliche Betreuung der Bewohner fehlt das Personal und schlussendlich das Geld. Meine Vorstellung von menschenwürdiger Unterbringung und Betreuung (das Wort Inklusion versuche ich zu vermeiden, weil e mir politisch zu verbrämt ist) ist das auch absolut nicht.

    Ich wünsche euch ebenfalls allen einen schönes Sylvesterabend und einen guten, entspannten und vor allem gesunden Start ins neue Jahr!


    Für mich war 2018 ein anstrengendes und arbeitsreiches, aber schlussendlich auch erfolgreiches Jahr, in dem ich viel für mich erreicht habe. Fürs neue Jahr wünsche ich mir, dass es beruflich nicht mehr ganz so viel Stress gibt. Und damit einhergehend, dass ich bestimmte gesundheitliche Überlastungen frühzeitig erkenne, damit hoffentlich gar nicht erst entstehen.


    Gesundheit und ein möglichst stressfreien Leben sind wahrscheinlich auch das Wichtigste, dass man Anderen wünschen kann. was ich in diesem Sinne auch tun möchte! :)

    Natürlich kann Peter Schmidt ein Vorbild sein, das ist ja auch gut so!


    Für mich persönlich sehe ich keinen "Medienautisten", der für mich ein echtes Vorbild sein könnte. Am ehesten vielleicht noch Christine Preißmann, mit der ich zumindest inhaltlich in vielen Punkten übereinstimme.


    Als Frau eignet sie sich für mich nur bedingt zur Identifikationsfigur, aber sie scheint mir in ihrer persönlichen Problematik doch etwas näher zu sein als Peter Schmidt. Sie ist z.B. ruhiger und introvertierter. Sie gibt offen zu, dass Partnerschaft und eine eigene Familie für sie nicht mehr realistisch sind - und dass sie Wege finden muss, von unerfüllbaren Lebenszielen loszulassen und damit fertig zu werden.


    So etwas spricht mich eher als so eine "glatte Karrierebiographie": Wie werden andere Autisten damit fertig, dass sie vieles im Leben nicht erreichen können, was sie gerne erreicht hätten? Wie kompensieren sie das das und wie finden sie trotzdem Sinn und Erfüllung im Leben? Diesen Aspekt sehe ich bei Peter Schmidt nicht so unbedingt vertreten.

    So ist es in allen Ehen, man muss ich manchmal einfach durchbeißen, ob autistisch oder nicht.

    Das mag sein, da kann ich nicht mitreden, da fehlt mir jegliche Erfahrung.


    Ich weiß nur: Peter Schmidt hat vieles erreicht, was für mich (und viele andere Autisten) vielleicht immer unerreichbar bleiben wird. Deshalb gebe ich zu, ich kann mich nur sehr bedingt mit ihm identifizieren, weil sein Leben so gänzlich anders verlaufen ist als meins. Ich wüsste wirklich nicht, worin ich ihn mir konkret zum Vorbild nehmen sollte. Wobei ich generell nicht viel von Vorbildern halte, da jeder Lebensweg ohnehin individuell einzigartig ist.

    Ich weiß nicht, wie es bei Auftritten rüberkommt - so etwas sehe ich mir nicht an.

    In seinem ersten Buch jedenfalls ist dem Leser klar, wie viel er seiner Frau zu verdanken hat.

    Und genau damit, behaupte ich, wird Peter Schmidt eine ganz große Ausnahme darstellen. Wer kann den als Autist schon auf einen derart toleranten Partner hoffen? Viele Autisten (da bin ich längts nicht der einzige) scheitern doch gerade am Bereich Partnerschaft und Beziehung.


    Und tolerante Arbeitnehmer werden bis heute ebenfalls die absolute Ausnahme sein. Vielleicht ist Peter eine derartige Koryphäe in seinem Fach, dass sein Arbeitsgeber keinesfalls auf ihn nicht verzichten will. Ich bin mir sicher, ein autistischer Hilfsarbeiter könnte ganz bestimmt nicht auf so viel Entgegenkommen hoffen, sondern hätte längst seinen Job verloren, so traurig das auch ist.


    Nochmal zur Klarstellung: Ich gönne Peter Schmidt alles, was er erreicht hat und bin keinesfalls neidisch, habe ja heute selbst sehr viel erreicht. Ich halte seine Geschichte nur für absolut nicht typisch oder repräsentativ. (Meine übrigens auch nicht.)

    Ganz sicher wird auch Peter Schmidt seine Einschränkungen haben, aber es kommt in seinen Öffentlichkeitsauftritten nicht so rüber. Vielleicht täuscht mein Eindruck aber auch.


    Ich sehe es auch so, dass Peter Schmidt wahrscheinlich großes Glück hatte und die richtige Unterstützung zur richtigen Zeit bekam. Das ist nur leider nicht selbstverständlich, dass Autisten so vergleichsweise viel Toleranz, Gelassenheit und Unterstützung erfahren. Bei Autisten hängt leider immer sehr viel von den äußeren Bedingungen ab und schlussendlich auch vom Wohlwollen des Umfeldes, das müsste man eigentlich immer dazu sagen.

    Was meinst Du damit? Inwiefern ist Peter Schmift klischeehaft?

    Grundsätzlich hab ich Respekt vor jedem, der mit seinem Autismus an die Öffentlichkeit geht und Aufklärungsarbeit betreibt. Was mich an Peter Schmindt nervt: Er wirkt ein wenig selbstverliebt und macht manchmal den Eindruck, als wenn er bewusst mit seinem Autismus kokettiert. ;)


    Klischeehaft finde ich ihn insofern, da er sich in seinen Medienauftritten gerne als eigenwilligen Sonderling mit allerlei Marotten präsentiert, der ansonsten aber nicht ernsthaft eingeschränkt zu sein scheint in seiner Lebensführung. Peter Schmidt hat ja so ziemlich alles erreicht, was man sich als "braver Durchschnittsbürger" wünscht: Er ist verheiratet, hat zwei Kinder, ein eigenes Haus, ist in der CDU aktiv und im Urlaub geht`s mit der Familie auf Weltreise!


    Ich will das auf keinen Fall verurteilen und ich gönne ihm alles, was er erreicht hat. Vielleicht kann er damit für einige tatsächlich Ansporn und Vorbild sein. Für einen Autisten finde ich es jedoch sehr ungewöhnlich, dass er sich so perfekt in das kleinbürgerliche Ideal einfügt. Die Lebensrealität der meisten erwachsenen Autisten, die ich bisher kennen gelernt habe, sieht wesentlich trostloser aus (Hartz IV, Arbeitslosigkeit, Medikamente, Depressionen ...) als das, was Peter Schmidt sich aufgebaut hat.


    Nochmal: Ich freue mich wirklich für ihn, sehe darin aber auch die Gefahr, dass Asperger-Autismus in der Öffentlichkeit als eher belangloses "Luxusproblemchen" wahrgenommen wird; als eine eher harmlose Besonderheit, bei der sich viele Leute denken: "Na ja, da gibt doch wesentlich Schlimmeres!"


    Leider schaffen es längst nicht alle Autisten, sich aus eigener Kraft ein selbstständiges und (vergleichsweise) wohlhabendes Leben aufzubauen, wie Peter Schmidt es geschafft hat. Er ist damit ein ausgesprochen positives Beispiel, aber ich bezweifle, dass er damit repräsentativ ist.

    Kultband Alphaville kommt in die Stadthalle Rheinbach


    Alphaville war in der Teenagerzeit (späte 1980er-Jahre) meine Lieblingsband und ich verbinde viele prägende Erinnerungen mit den Liedern. Das Bandgründer Marian Gold heute selbst einen autistischen Sohn hat, war mir neu.


    Wenn allerdings auch Prof. Vogeley und Peter Schmidt auf der Info-Veranstaltung auftreten, dann habe ich Sorge, dass Autismus (insbesondere Asperger-Autismus) wieder eher klischeehaft dargestellt wird.

    nachträglich Frage: warum wird das Bild, das ich meinen Beitrag verlinkt habe, nicht angezeigt, sondern erscheint nur als Link?

    Bei euch allen anderen funktioniert das doch auch!


    (Sorry, das ich das hier frage, weiß nicht, wo man sonst Fehlermeldungen posten kann. Diesen Beitrag bitte nach dem lesen wieder löschen!)

    Müssen ehemalige Kinder, die untergebracht wurden, um das Kindeswohl nicht zu gefährden. ein Leben lang die Kosten dafür zurück bezahlen? Waa ist mit Erbschaften? Lohnt es sich zu sparen?


    Hallo Jasmin,


    da bin ich mir sehr sicher, dass das nicht so ist, sonst hätte man mich als ehemaliges Heimkind ja auch schon finanziell belangt, aber da ist glücklicherweise nie etwas gekommen. Es sei denn, die Rechtsgrundlage hat sich in den vergangenen 30 Jahren geändert, was ich nicht glaube und erst Recht nicht hoffe.

    Ich finde auch unfassbar, dass man Pflegekinder, die schon genug Leid und Belastung hinter sich haben, auch noch finanziell so schamlos auschröpft.


    Was ich dem Artikel nicht entnehmen konnte: Müssen die Jugendlichen auch dann noch zahlen, wenn sie volljährig geworden sind und immer noch bei ihren Pflegeeltern wohnen? Falls nicht, dann kann man Jugendlichen wie der 17-jährigen Sina ja eigentlich nur raten, bis zur Volljährigkeit zu warten, bevor die Geld verdienen und die Zeit bis dahin mit andere (schulischen) Maßnahmen zu überbrücken. So traurig es auch ist.

    Ich wünsche mir, dass die Kinderschutzverbände diese Missstände endlich thematisieren und die Verantwortlichen und die Politik unter Druck setzen.


    Ich sehe es ja genauso, nur von den etablierten großen Verbänden verspreche ich mir da nicht allzu viel, weil sie schon längst Teil zum des Systems geworden sind. (Weiß nicht, wie es besser ausdrücken soll, aber vielleicht wisst ihr, was ich meine.)


    kleineren Verbänden oder Privatinitiativen traue ich eher zu, dass sie sich auch mal mit der Politik anlegen, wenn es sein muss.

    Ich sehe das wie du und ich frage mich oft, warum der Kinderschutzbund schweigt?


    Das ist eine berechtigte Frage. Der Deutsche Kinderschutzbund leistest sicher wichtige Arbeit, das will ich nicht schlechtreden, aber ich hab ihn seiner Grundausrichtung schon immer als eher konservativ und Teil des Establishments erlebt.


    Ich erinnere mich, dass der Kinderschutzbund in der Vergangenheit einige öffentlichkeitswirksame Kampagnen hatte z.B. gegen schlagende Eltern oder missbrauchende Familienangehörige, aber echte Systemkritik (gegen strukturelle Missstände und politische Fehlentwicklungen) hört man von dort eher selten, ist zumindest mein Eindruck.


    Ich will den Deutschen Kinderschutzbund damit nicht angreifen (vielleicht haben sie sich ihre Schwerpunkte bewusst so gesetzt), ich persönlich unterstütze aber lieber das Deutsche Kinderhilfswerk, weil die mehr Mut haben zu unkonventionellen Ideen und auch politisch klarer bekennen, was sie wollen und was nicht.

    Danke für den Link, Dagmar, die Rezension lässt wirkliches Furchtbares erahnen. Aufgrund meiner eigenen Geschichte würde ich es wahrscheinlich gar nicht ertragen, mir diesen Film anzusehen.


    Mein Gefühl ist, diese Gesellschaft war zwischenzeitlich (Ende 1990er-/Anfang 2000er-Jahre) schon mal weiter in Sachen humane Erziehung. Vor ca. 10 Jahren kippte das dann plötzlich wieder, z.B. durch Autoren wie Winterhoff und Sendung wie Supernanny.
    Ich frage mich ernsthaft, ob die neue Faszination für harte, wenig empathische Erziehungsmethoden mit dem allgemeinen Erstarken des Rechtspopulismus zusammenhängt. In unsicheren Zeiten greifen ja viele Menschen(gruppen) auf altbewährte, scheinbar einfache Lösungen zurück. Würde mich nicht wundern, wenn das auch beim Thema Erziehung so ist, auch wenn der Gedanke Angst macht.

    Hallo Lynkas,


    deine Gedankengänge kann ich nachvollziehen. Trotzdem empfinde ich den Begriff "seelische Behinderung" nicht als Diskriminierung. Er ist halt es feststehender sozialrechtlicher Terminus, in den ich auf metaphysischer Ebene nicht zu viel Bedeutung hineininterpretieren würde.


    An der Umfrage selbst kann ich leider nicht teilnehmmen, da ich null Erfahrung mit Instagram habe.

    Ich weiß nicht genau, ob sie es wissen. Es gab seinerzeit eine kleine Aufklärungsrunde über meine Asperger-Diagnose und dass ich dadurch nicht so gut mit Stress und Multitasking umgehen kann.


    Dass ich 60% Schwerbehinderung habe, wurde aber nicht ausdrücklich erwähnt. Ich würde es auch den Kollegen gegenüber erwähnen, wenn es notwendig, hab aber trotzdem Sorge, dass dann auch Neid aufkommen könnte, dass ich dadurch bestimmte "Privilegien" in Anspruch nehmen kann. Oder dass Grundsatzdiskssionen aufkommen, muss man den mit Asperger wirklich einen SBA haben usw.


    Auch wenn ich mich dafür nicht rechtfertigen muss, schön wären solche Reaktionen nicht. In den ganzen "Flurgesprächen" geht es manchal schon recht drastisch zur Sache, das merke ich immer wieder. Und ob man z.B. von einem Kollegen, der immer wieder andeutet, dass er mit der AfD sympathisiert, Verständnis für Situation von Schwerbehinderten erwarten kann, das ist die Frage.