Beiträge von Dario

    Hallo Lynkas,


    ich kann mich Ella nur anschließen: Du musst dich deinen Eltern gegenüber ganz bestimmt nicht schuldig fühlen! Du hast weitaus mehr Lasten zu tragen als andere Menschen deines Alters. Du brauchst jemanden, der dich unterstützt und nicht umgekehrt.


    So wie du sie beschreibst, gehört es ja ohnehin zur (unbewussten) Strategie deiner Mutter, dir Schuldgefühle und ein schlechtes Gewissen einzupflanzen. Offenbar ist ihr das in diesem Punkt zumindest teilweise auch gelungen.

    Hallo Lynkas,


    ich glaube ähnlich wie Dagmar, dass es wenig Erfolg versprechend ist, die Kommunikation zwischen dir und deinen Eltern im Detail zu analysieren, solange das Problem zu großen Teilen auch in der beengten Wohnsituation liegt.


    Was ich mich frage: Gibt es denn gar keine Möglichkeit, dass du von zu Hause ausziehen und dir - soweit gesundheitlich möglich - ein eigenes Leben aufbauen kannst?


    ich kann und will mir einfach nicht vorstellen, dass man einen erwachsenen Menschen zwingen kann, Zeit seines Lebens im Elternhaus zu wohnen, wenn die Situation für alle Seiten derart belastend ist. Leider kenne ich mich nicht aus, was es für dich noch an Hilfsangeboten geben könnte, denn du hast ja in der Vergangenheit schon vieles ausprobiert, was dich nicht weitergebracht hat.

    Hat denn irgendjemand Nachteile durch das Wahlrecht für vollbetreute behinderte Menschen?

    Nein, natürlich nicht. Aber ich fühle mich als der falsche Adressat für solche Fragen, ich stehe ja auf deiner Seite. Das sind Fragen an die Politik und die meinungsbildenden Medien, die müssten sich mal offen und ohne Vorurteile damit befassen.

    Viele Leute befürchten, dass die Betreuer oder Eltern das Kreuz in ihrem Sinne machen. Das mag es sicher geben, hoffe aber, dass sie im Sinne ihres Betreuten handeln. Wenn man das aber als Grund nimmt, Menschen das Wahlrecht zu verweigern, dann müsste man wohl auch Briefwahlen abschaffen. Man weiß bei Briefwahlen ja nie, wer das Kreuz macht.

    Was meint ihr?

    Ich sehe das genauso wie du: Es gibt keinen logisch nachvollziehbaren Grund, Menschen mit gesetzlicher Betreuung vom Wahlrecht auszuschließen. Oder andersherum: Wenn man die ganzen Vorbehalte und Bedenken in gleicher Weise auf nicht-behinderte Menschen überträgt, dann müsste man genau genommen noch viel mehr Menschen vom Wahlrecht ausschließen - vielleicht sogar die meisten. Komischerweise setzt bei "Normalbevölkerung" niemand derart strenge Maßstäbe ans Wahlrecht an.


    Vielleicht hätte ich mich von Anfang an stärker an der Diskussion beteiligt, wenn mich das Thema nicht derart triggern würde. ich hab mich eine Zeit lang mit dem Thema Kinder- und Jugendwahlrecht beschäftigt (weil ich selbst eine sehr belastende Kindheit hatte), das ja leider bis heute nicht mehrheitsfähig ist. Bezeichnenderweise trifft man dort auf ganz ähnliche Vorbehalte und Argumentationsmuster wie jetzt bei Wahlrecht für Menschen mit gesetzlicher Betreuung.


    Viele Menschen wollen ihre angestammten "Privilegien" einfach gerne für sich behalten und sie ungern mit Anderen teilen, das ist meines Erachtens der einzig tiefere Grund, der dahinter steckt.

    Über den Newsletter von Campact wurde ich heute auf die Möglichkeit aufmerksam gemacht, kosentlose Aufkleber zu bestellen, um damit die Klimaproteste von Kindern und Jugendlichen zu unterstützen:


    https://www.campact.de/kohleaus/schulstreik-b/aufkleber/


    Finde ich eine gute Sache, aber ich selbst werder mir wohl keine bestellen. Ich kenne keine Jugendlichen, die sich an der Bewegung beteiligen und die ich damit unterstützen könnte.

    Hier noch mal ein Artikel über die bevorstehende Jubiläumsfeier des Vereins "Lebens mit Autismus" inklusive des Alphaville-Konzerts:


    https://kobinet-nachrichten.org/de/1/nachrichten/39557/Jubiläum-10-Jahre-Leben-mit-Autismus-mit-Alphaville.htm


    Joscha Röder interviewt dazu die Vorsitzende des Vereins.


    Mich würde die Veranstaltung schon interessieren (Alphaville ist auch mit vielen Jugenderinnerungen für mich verbunden), aber es ist doch sehr weit. Ich kenne dort niemanden und müsste mir ein Hotel nehmen in einer völlig fremden Gegend. ich weiß noch nicht so recht.

    http://www.spiegel.de/wissensc…-interview-a-1251288.html

    Anders als ich befürchtet hatte, scheint Greta Thunberg erstaunlich gefasst mit den persönlichen Anfeindungen umzugehen. Es scheint sie sogar eher noch mehr anzuspornen, so mein Eindruck. Was auch positiv ist: SPIEGEL ONLINE ist meines Wissens das erste große deutsche Medium, das endlich mal mit ihr spricht statt immer nur über sie; egal wie man inhaltlich zu ihr steht.

    Weiß jemand, ob diese aggressive Kampagne speziell in Deutschland solche Auswüchse annimmt? Oder bekommt sie in ihrem eigenen Land genauso viel Gegenwind?


    Was sich in Deutschland und anderen fremdsprachigen Ländern an Hass gegen sie richtig, wird Greta vielleicht (oder hoffentlich!) nicht mitbekommen, aber was in ihrem eigenen Land passiert, wird bestimmt nicht spurlos an ihr vorbeigehen, fürchte ich.

    Die letzten drei Links sind natürlich anderes Kaliber und gehen eindeutig zu weit. Das konnte ich aus dem ersten Link noch nicht so eindeutig erkennen, worauf es hinausläuft.

    Die meisten Kommentare bestehen wirklich nur aus Polemik, da hätte ich von Twitter auch nichts anderes erwartet. Wobei es ja - auf allen Seiten- auch nachdenkliche Stimmen gibt. Ich kann diejenigen Verstehen, die darauf hinweisen, dass Greta einfach nur die Wahrheit ausspricht, die viele Erwachsene in dieser Klarheit nicht sehen wollen. Ich kann aber auch diejenigen verstehen, die sich fragen, ob das Mädchen nicht teilweise auch für Zwecke vereinnahmt wird, die sie (behinderungsbedingt und durch ihr jugendliches Alter) nicht immer zu 100% durchschauen kann.

    Natürlich sind solche Einlassungen gegen Greta Thunberg nicht besonders respektvoll, aber offene Behindertenfeindlichkeit konnte ich da bislang nicht herauslesen. Dass Greta an Asperger mit diversen Co-Erkrankungen leidet, war Steinhöfel & Co wahrscheinlich gar nicht bewusst.

    Ein informatives Interview, das einen guten Überblick gibt über die laufende Diskussion und die wichtigsten Standpunkte.


    Neu war mir die Unterscheidung zwischen zielgleicher und zieldifferenter Inklusion. (Daran sieht man, mir ist das ganze Thema immer noch neu.) Wobei ich persönlich immer noch der Meinung bin, eine Eingliederung ins Gymnasium macht nur Sinn, wenn das Ziel tatsächlich im Erreichen des Abiturs besteht - egal ob ein Schüler behindert ist oder nicht. Es ist aber aufschlussreich und wichtig, auch mal eine andere Sichtweise dazu zu lesen.