Therapien für die Psyche bei geistiger Behinderung

  • Hallo Leute,


    Menschen mit kognitiven Einschränkungen wird ja leider häufig therapeutische Hilfe bei seelischen Leiden versagt, zB bei Depressionen.


    Nun bin ich grade durch Zufall auf eine interessante Seite gestoßen, und stelle die einfach mal hier rein, auf Vorrat sozusagen.


    http://www.dgsgb.de

    Enscha - mit Hans im Glück (frühkindlicher Autismus, und Pubertät)
    "Jedes Ding hat drei Seiten, eine positive, eine negative, und eine komische."

  • Danke Enscha,


    meinem Sohn wurden nach IQ Test auch Therapien verweigert. Erst zweifelte das Jugendamt die Diagnose Autismus an und dann begründeten sie ihre Ablehnung mit dem niedrigen IQ und wiesen uns darauf hin, dass nur Menschen mit Teilleistungsstörungen und Lernbehinderungen in den Genuss von bestimmten Therapien kommen würden.
    Der IQ wurde auf 60 GESCHÄTZT (!!!!), da er den Test in vielen Bereichen verweigerte.
    Ein UNDING ist das!!!!!!!

  • Ich würde spontan ja sagen, Ella.
    Allerdings sehe ich das auch etwas differenzierter.
    Bei geistigen Behinderung ist einiges anders und man muss ja auch immer dabei schauen wie fit jemand ist oder eben nicht. Ich denke das Hauptproblem bei vielen ist nicht das sie nicht helfen wollen, sondern einfach nicht wissen, wie sie helfen können.
    Ich glaube nicht, das man im Studium lernt wie man mit Menschen mit geistigen Einschränkungen umgehen soll / kann. Außerdem gibt's ja auch da gewisse Abstufungen.
    Es ist eben schwierig, wenn man aus den Rastern raus fällt...

  • Hallo!


    Das Thema spukt mir heute wieder im Kopf rum, nachdem Dagmar hier geantwortet hat.


    Ich muss die ganze Zeit an einen älteren Mann denken, mit dem ich mal zusammen auf einer geschlossenen Akutstation der Psychiatrie war.
    Ich weiß nun keine genauen Diagnosen, denn das steht mir als Mitpatientin ja auch nicht zu. Allerdings muss der Mann eine geistige Behinderung gehabt haben. Das war wohl auch der Grund warum er ausschließlich auf der Akutstation behandelt wurde. Nur die Akutstationen sind schließlich abgeschlossen, so das ein Weglaufen aus welchen Gründen auch immer verhindert wird.
    In wie weit der Mann gepflegt werden musste weiß ich auch nicht.
    Es war nur mal so, das er an einem Tag mit einer Hose rumlief, die bald schon in den Kniekehlen hing und ständig runter rutschte. Die Schwestern und Pfleger auf Station haben da gar nichts gemacht. Eine andere Mitpatientin und ich haben dem armen Mann dann geholfen und eine Mullbinde zweck entfremdet und ihm daraus einen Gürtel gemacht. Ich glaube er war sehr dankbar, dass seine Hose nicht mehr ständig gerutscht ist.
    Auch so hatte ich eher den Eindruck, das der Mann mehr oder weniger sich selbst überlassen wurde.


    Ein Tag war für mich besonders schlimm... Der Mann selber hat sich entweder als Kind oder als jungen Erwachsenen gesehen. Und kam dann auf die Idee, das ich ein "schönes Mädchen" sei und er möchte Sex haben. An dem Tag ist er mir permanent hinterher gerannt. Auch Menschen mit geistiger Behinderung haben schließlich Bedürfnisse und ich glaube ihm war nicht klar wo er sich gerade befindet und das es so nicht geht. Selbst in dieser Situation habe ich keine Hilfe seitens der Pflege bekommen und auch um ihn wurde sich erstmal nicht gekümmert. Erst am späten Abend, als andere Pfleger da waren, gab es endlich einen Pfleger der mir geholfen und dem Mann erklärt hat, das es so nicht geht. Davor wurde mir immer nur gesagt, ich solle dem Mann eben aus dem Weg gehen. Dass das auf einer geschlossenen Station nicht funktionieren kann, außer wenn ich den ganzen Tag im Zimmer geblieben wäre, war den anderen egal.


    Mir als Patientin tat es sehr leid für diesen Mann. Ich glaube, wenn nicht wir Mitpatienten die etwas fitter waren sich immer mal um den Mann gekümmert hätten, dann wäre es viel schlimmer gewesen.
    Es wurde auch nur bei den fitten Patienten darauf geachtet das sie in die tägliche Ergotherapie gehen. Wenn der Mann nicht zufällig selber dahin gegangen ist oder wir Mitpatienten ihn mit genommen haben, hat ihn auch niemand dahin gebracht / geschickt. Sonstige Therapien in dem Sinne gab es nicht. Nur Medikamente....



    Es ist für mich als Patientin immer wieder sehr schockierend zu sehen, wie Menschen die sich nicht selber helfen können so im Stich gelassen werden.
    Ich frage mich, wie man solchen Patienten besser gerecht werden kann. Eine Akutstation, so wie sie wohl überall sind, ist auf jeden Fall nicht der richtige Ort. Und eigentlich kann es auch nicht sein, dass sich Mitpatienten darum kümmern müssen, weil die Pflege es nicht tut!



    LG Trixi

  • Jetzt komme ich mal dazu, was zu dem beschriebenen Mann zu schreiben.
    Ich finde es auch ein NoGo , wenn sich Patienten , die ja selber alle Gründe haben, warum sie an dem Ort verweilen, die Pflege für Mitpatienten übernehmen sollen.
    Ich finde das auch nicht sonderlich überraschend , wenn der Mann sich in Dich dann quasi verliebt und Dich bedrängt, Trixi.
    Das hört sich nicht so an, als ob das Team vor Ort sich über irgendwas Gedanken gemacht hat. :icon_confused:icon_confused In dem Link, den ich gesetzt habe, geht es ja nicht um Therapie, sondern um Trauma Pädagogik.
    Das geht dann auch außerhalb von Einrichtungen, bzw. auch in Einrichtungen der Behindertenhilfe und umfasst eine ganzheitliche Vorgehensweise.
    Die Grundlage ist natürlich in jedem Fall die Würde der Personen, ob allerdings für Würde überall Zeit übrig ist, bzw. die notwendige Einstellung des Personal vorliegt, lasse ich mal offen.
    Das ist ja bedauerlicherweise immer Glücksspiel.


    L.G.

  • Ich konnte mir das nicht alles so durchlesen, Dagmar. Aber es gibt ja auch andere Erkrankungen die nicht zwangsläufig mit einem Trauma zu tun haben.
    Ich hab schon einige Patienten auf einer geschlossenen Akutstation erlebt, die woanders eigentlich besser untergebracht wären. ABER durch Eigengefährdung (z.B. Weglauftendenz, kein Gefahrenbewusstsein etc.) landen diese Menschen eben in der geschlossenen Psychiatrie, wenn sie nicht ambulant behandelt werden können.


    Theoretisch hätten wir uns nicht um diesen Mann kümmern müssen. Es hat nur niemand was von der Pflege getan (ich glaube denen ist es teilweise echt egal, wenn die Patienten halbnackt rum renne, da wird nicht gemeckert oder so).
    Hmm.. Verliebt war der Mann sicher auch nicht. Er hatte eben ein natürliches Bedürfnis und hat gesehen, dass ich "ein schönes Mädchen" bin. Das er selber sehr viel älter (ich glaube so um die 50 wird er gewesen sein) war, war ihm ja gar nicht bewusst.
    Und das ich ihm freundlicherweise Cola abgegeben habe (nachdem er mir mal meine Flasche "geklaut" hatte), war sicherlich auch nicht so schlau. Auf die Idee das er mir dann nur noch hinterher rennt bin ich ja gar nicht gekommen. Ich wollte einfach nur nett sein und von den Pflegern kam da keine Warnung oder ähnliches.


    PS: Das mit dem Klauen hab ich extra in " geschrieben. Er hatte sich eigentlich nur in der Zimmertür geirrt und die Colaflasche gesehen der er dann unbedingt haben wollte. Dass er sich die nicht einfach nehmen kann wird er sicher auch nicht gewusst haben und die Pflege hat es gleich gesehen und ihm die Flasche wieder abgenommen...

  • Die »Falschlieger« der Psychiatrie Lohr


    Bezirkskrankenhaus: Immer wieder können geistig Behinderte mit seelischen Leiden nicht entlassen werden

    Lohr a.Main
    Montag, 05.12.2016 - 20:36 Uhr


    ..."Haus 3 auf dem Areal der Lohrer Psychiatrie ist ein besonderer Teil des Klinikums.
    Hier werden Menschen behandelt, die schwer geistig behindert und zusätzlich akut seelisch
    erkrankt sind.
    Diese Patienten, fand die Bezirksverwaltung soeben heraus, sind oft auch
    dann noch in der Psychiatrie, wenn die Behandlung abgeschossen ist - denn niemand will sie haben.
    »Eine Frau liegt dort wohl schon seit zwei Jahren«, informierte Bezirkskämmerer Rainer Klingert im Dienstag im Bezirksausschuss."...
    http://webcache.googleusercont…&cd=1&hl=de&ct=clnk&gl=de


    :icon_eek:icon_eek:icon_eek

  • ...wenn mein Kind noch länger so außen vor belassen wird, könnte er sie irgendwann brauchen...
    dann fehlt ja NUR noch der Parallel-Anspruch für einen Dolmetscher....


    J
    onna
    ~~~~~~~~~~
    mit Jesper und Felix *2006 (Down Syndrom PLUS, gehörlos und weitere Baustellchen...)




  • hallo ,Enscha


    ich bin auch nur durch Zufall drauf gekommen geistig behinderten wird ja nicht geholfen. jetzt fand ich auch mal Informationen zu " Intelligenzminderung "


    Leider weiß ich nicht welche Klinik meine schwerwiegenden leiden behandelt. Ich habe kaum Hoffnung. Hilfe gibt es von niemanden. meine jetziger Hausarzt meinte noch:" ich soll wieder in eine Behindertenwerkstatt" . Behindert solle ja abgeschoben werden für 1,20 € ,das wird NICHT erzählt in den Medien Ausbeutung von behinderten.


    Rechung:


    8,50 pro stunde ( Mindestlohn )
    -1,20 Werkstattlohn
    7,30€ pro Stunde Gewinn



  • hallo Ella


    danke für Deine Info aber in Bayern werden ich kein Klinik mehr besuchen , den das Ergebnis war "Werkstatt", was dort abgespielt hatte möchte ich nicht erwähnen.Ekelhaft ,menschenunwürdig.


    ja habe ich, aber wenn ich seit dem ich einen pc habe habe ich schon x pc `s zusammen gebaut und Router eingerichtet inclusive Repeater ( Reichweiten Erweiterung des WLANS . schizophren, gell ;) Aber Intelligenzminderung...

  • hallo ella,


    ich habe ein iniligenzminderung die ist durch Q Test bestätigt worden " unterdurchschnittlich " .Zumal ging ja die Geschichte viel früher los. Den als ich als Zerspanungmechniker eine Probe abliefern sollte. War das leider eine 5


    Fazit : ich kann nur Quantität oder Qualität liefern .Beides geht nicht


    Aber


    Würde man mich arbeiten lassen so wie ich es kann, wäre das alles kein Problem , den der letzt 450 € zeigte das ich nicht das Problem war sondern die Mitarbeiter ,die aufgrund meiner Behinderung keine Rücksicht nahmen. oder anders ausgedrückt. Wer war den nun behindert ich oder die Kollegen ?


    Also wird es zu ein riesigen Problem gemacht, was eigentlich keins wäre. Man behindert mich bei meiner Selbständigkeit.